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Informationen im Überfluss

Der Umgang mit dem Überangebot an Informationen

Telefon(e), Emails, die Post, das Internet, Vertreter, Messen und Kongresse, Meetings, Freunde und Kollegen, Zeitungen und Zeitschriften, Radio, der Fernseher – die Informationen prasseln oft ohne Unterlass auf uns ein; das Gehirn arbeitet heute in vielen Lebenslagen im „Multitasking-Modus“, weil man versucht gleichzeitig eine Vielzahl an Tätigkeiten zu erledigen. Doch wie kommen wir bzw. unser Gehirn damit zurecht?

Wenn Informationsvielfalt zur Überlastung führt

Ein Überangebot an Informationen hat in der Regel eine selektiven Wahrnehmung zur Folge, denn das Gehirn kann unmöglich alle Details abspeichern. Und besonders durch die rasante Entwicklung des Internets und seiner teilweise permanenten Verfügbarkeit wird es zunehmend schwerer, diese Informationsflut zu bewältigen, bzw. die relevanten Informationen herauszufiltern. Es steht fest, dass mit der Zunahme der Informationsüberlastung die Entscheidungsqualität abnimmt.

Das Working Paper Information Overload – warum wir in der Kommunikation neue Wege gehen müssen (Munich Business School Working Paper 2006-05) macht auf eine weitere mögliche Auswirkung der Informationsüberlastung aufmerksam, die „Verschiebung der Reizschwelle“. „Die Wahrnehmungsintensität nimmt bei einer Verstärkung des Reizes nicht linear zu. Das bedeutet, dass bei einer zunehmenden Reizüberflutung eine immer höhere Reizdosierung notwendig ist, um die Wahrnehmung bei den Empfängern zu gewährleisten“. Immer mehr Informationen schwemmen auf den Markt, der Adressat stumpft ihnen gegenüber immer weiter ab und es bedarf mehr und mehr Anstrengung (Reizen), um eine steigende Reizschwelle zu überwinden. Eine große Herausforderung für alle Marketingtreibenden.

Die positive Kehrseite

Doch wird der ungehinderte Zugang zu immer mehr Informationen von vielen als Chance bzw. Bereicherung ihres (Arbeits-)Alltags wahrgenommen.

Die Studie New Realities – New Normal, Eine neue Perspektive auf markenbezogenes Informationsverhalten und Konsumentscheidungen von Weber Shandwick und IPG Deutschland widerlegt (zum Teil) die Theorie des „Information Overload“. Bei der Frage nach der Grundeinstellung zu Informationen überwiegen bei allen drei Generationen, Gen Y (Alter 18-24), Gen X (Alter 25-44) und den Boomers (Alter 45-64), die positiven Aspekte der vielfältigen Recherche- und Informationsmöglichkeiten im Internet. Die Befragten gaben zum Beispiel an, dass sie Kontrolle über die Informationen haben und sich durch Informationen klüger fühlen. Frustration und Verwirrung empfinden sie deutlich seltener.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem B2B Marketing Whitepaper „Informationsverhalten von Entscheidungsträgern“. Aspekte des Lernverhaltens und die Auswertung von über 20 aktuellen Studien aus Europa, Asien und den USA sind ebenso Gegenstand der Arbeit wie die neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung.